Montag, 11. Februar 2019

Beziehungscoaching - braucht es das?



Coaching in seiner eigentlichen Form ist heute aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Menschen in Führungspositionen müssen ständig weitreichende Entscheidungen fällen. Da ist es unabdingbar, dass sie ihre Entscheidungswege ständig reflektieren. Dabei hilft der Coach.
Ein Coach ist also kein Berater, er oder sie muss nicht einmal etwas vom Fachbereich des Klienten (des Coachee) verstehen. Ein Coach berät seine Klienten nicht fachlich, sondern führt sie zu ihrem eigenen Wissen und begleitet ihre Auseinandersetzung damit.
Noch vor 30 Jahren brauchte es kaum Coaching. Die Wirtschaft funktioniert nach klaren Regeln und wer etwas flexibel und visionär war, vielleicht es auch einfach so machte wie man es schon immer gemacht hat, der hatte mehr oder weniger Erfolg.
Heute weiss niemand mehr was in einem halben Jahr sein wird, umso wichtiger sind die gut reflektierten Entscheidungswege – und damit das Coaching.

Auch in der Beziehung war früher vieles klarer. In den letzten Jahrzehnten sind aber die religiösen, die gesellschaftlichen und die ökonomischen Zwänge in der Ehe weggefallen.
Was bleibt ist die reine Liebe, wie der Beziehungsforscher Gunther Schmidt konstatiert. Heute entscheidet nur noch die gegenseitige Zuneigung ob ein Paar zusammenbleibt oder nicht. Da aber eine Langzeitpartnerschaft eine stete Abfolge von Konflikten und Krisen ist, macht dies die Sache nicht einfacher. Und sich einfach trennen, wenn es nicht mehr lustig ist, scheint vor allem wenn Kinder da sind auch nicht die allerbeste Möglichkeit.

Diese Öffnung von Partnerschaften weg von äusseren Zwängen hin zu einem selbstbestimmten Mit- oder Auseinander schraubt die Ansprüche an die Partner in schwindelerregende Höhen. Es braucht schon eine sehr hohe Kommunikationskompetenz um all die anfallenden Meinungsverschiedenheiten und Konflikte adäquat bewältigen zu können.
Dazu kommt, dass praktisch in allen Lebensbereichen die Anspruchshaltung der beiden Partner sich auf unterschiedlichem Niveau befindet. Was für den einen absolut in Ordnung ist, ist für den andern inakzeptabel. Während solche Unterschiede bei den Themen Zahnpastatube wieder zuschrauben oder schmutzige Wäsche in den Wäschekorb entsorgen mit einigem guten Willen noch verhandelbar sind, werden sie bei Themen wie der Kindererziehung oder gar der Sexualität zu einer wirklichen Herausforderung für das Paar. Studien haben gezeigt, dass nirgends so wenig über Sexualität gesprochen wird wie in langjährigen Beziehungen.
Der Grund dafür ist überhaupt nicht der, dass sich die beiden sexuell ideal ergänzen und deshalb Gespräche überflüssig wären.
Nach David Schnarch einem bekannten amerikanischen Paartherapeuten ist es so, dass in der Sexualität immer der Partner mit dem tieferen Bedürfnis den Umgang mit und die Häufigkeit von sexuellen Kontakten vorgibt.  Dass hier einiges an Konfliktpotential vorhanden ist, scheint klar.
Wenn Paare sich bei Schnarch nach 10 Ehejahren darüber beklagen, dass ihre Sexualität eingeschlafen sei, so pflegt Schnarch zu antworten: Da bin ich aber froh, dann ist bei ihnen ja alles normal!

Was folgt daraus für die moderne Paarbeziehung? Alle Beziehungsratgeber empfehlen die Kommunikation als Allheilmittel. Das ist sicher nicht falsch. Das Problem ist nur, dass es ausserordentlich anspruchsvoll ist, in einer Langzeitbeziehung ein reflektiertes Gespräch über unbefriedigte Sexualität zu führen, welches nicht sehr schnell mit Vorwürfen und Gegenvorwürfen endet.
Ein Ausweg daraus ist die Hilfe eines Beziehungscoaches in Anspruch zu nehmen. Der Beziehungscoach kommt dann zum Einsatz, wenn es noch keine Paartherapie braucht, wenn also die Beziehung eigentlich noch gut läuft. Die Aufgabe eines Beziehungscoaches ist es auch nicht die Beziehung oder die Partner zu therapieren oder zu beraten, sondern sie in der gemeinsamen Reflektion zu leiten. So schafft es das Paar die anspruchsvollen Themen anzusprechen und Kommunikationsmuster einzuüben, welche im Alltag Wirkung zeigen können.

Der Beziehungscoach übernimmt keine Verantwortung in der Lösung der Probleme, er oder sie gibt dem Paar aber Werkzeuge in die Hand um die Konflikte selbst zu lösen

Montag, 21. Januar 2019

In der Beziehung keine Kompromisse machen!


Häufig liest man in Beziehungsratgebern den Tipp, dass man in Beziehungen Kompromisse machen müsse. Der amerikanische Paartherapeut David Schnarch rät davon ab.

Schnarch vertritt die Ansicht, dass Kompromisse nur den Zeitpunkt hinauszögern, an dem in das Paar Farbe bekennen muss, ob und wie es das gemeinsame Leben weiterführen will.

Wir gehen in einer romantischen Vorstellung fälschlicherweise davon aus, dass zwei Liebende füreinander geschaffen sind. Spätestens nachdem aber die hormongesteuerte Verliebtheit abgeklungen ist, wird das Paar feststellen, dass sie zwei verschiedene Personen mit verschiedener Sozialisation und verschiedenen Werten sind.


Tauchen die ersten Konflikte auf, versucht das Paar häufig mit Hilfe von Verzicht oder Kompromissen weiterhin in der Komfortzone der Verliebtheit zu bleiben. Dies schafft aber auf Dauer nur, wer sehr leidensfähig ist. Irgendwann kommt der Konflikt, in dessen Verlauf nicht mehr verzichtet werden kann und auch kein Kompromiss mehr möglich ist. Das ist der Moment, in dem all die kleinen Demütigungen, welche durch Verzicht und Kompromisse erzeugt wurden, lawinenartig über das Paar hereinbrechen.


Eine Lawine aus all den kleinen Peanuts, welche einzeln betrachtet als zu unwichtig angesehen wurden um einen Konflikt zu provozieren, können in ihrer Gesamtheit eine Beziehung hinwegfegen. Da wird alles ausgepackt, was irgendwann einmal geschluckt wurde. Und das ist in jeder Beziehung auf beiden Seiten zwangsläufig einiges.


Schnarch plädiert nun dafür, dies nicht geschehen zu lassen, indem das Paar sehr früh das Erreichen der kritischen Masse zulässt. Mit der kritischen Masse meint er den Moment, in dem die Angst und der Druck nicht mehr verdrängt werden können und eine fundamentale Veränderung möglich wird. Je später das geschieht, umso heftiger und unkontrollierbarer wird diese Veränderung sein.


Das Paar, welches also schafft diesen entscheidenden Punkt früh zu erreichen, gewinnt in jedem Fall. Vielleicht merkt es, dass es nicht zusammenpasst und trennt sich zu einem Zeitpunkt, in dem die Demütigungen noch nicht so tiefe Spuren hinterlassen haben, dass es als Feinde auseinandergeht.

Oder es rauft sich zusammen und akzeptiert seine Verschiedenheit. Ein Paar welches das schafft und beschliesst weiterzumachen, hat gute Chancen auf ein gelingendes Leben - auf eine gelingende Liebe.

Das Paar welches diesen Punkt gemeinsam überwindet, wird merken, dass es wichtig ist sehr differenziert mit der Verschiedenheit der beiden Partner umzugehen. Im Idealfall sucht es sich einen Coach um die wichtigen Punkte zu klären oder einen Therapeuten, wenn schon sehr tiefgreifende Verletzungen passiert sind.


Kompromisse bilden ein Kartenhaus, welches irgendwann zusammenfällt. Einen Partner zu lieben heisst, sich mit seinen und meinen schwierigen Seiten auseinanderzusetzen, sobald die Verliebtheit vorbei ist.

David Schnarch -Intimität und Verlangen, 2011 Klett – Cotta Verlag, Stuttgart

werkraum-mediation.ch

Montag, 14. Januar 2019

Eine gelingende Beziehung



Romantik bedeutet nicht händchenhaltend den Sonnenuntergang zu betrachten – Romantik heisst seinen Partner/seine Partnerin nach der x-ten Krise und nach dem x-ten Konflikt um irgendeine Nichtigkeit erneut in die Arme zu nehmen und ihm/ihr seine Liebe zu schenken.


Wie die Liebe beginnt wissen wir genau, unzählige Hollywood-Romanzen haben es uns vorgemacht. Viel weniger wissen wir, wie es mit der Liebe weitergeht. Eigentlich schwebt uns die romantische Variante vor, mit dem richtigen Partner für den Rest des Lebens glücklich und zufrieden auf möglichst viele romantisch Sonnuntergänge zu warten – irgendwann mit zwei bis drei Kindern auf der Terrasse des eigenen Hauses. Eine umfassend glückliche und treue Partnerschaft!

So funktioniert es nicht!

Es gibt keine umfassend glücklichen Partnerschaften – es gibt nur gelingende oder eben nicht gelingende Partnerschaften. Wobei dies nichts damit zu tun hat, ob zwei Partner zusammenbleiben oder nicht. Auch eine Paar dass sich trennt, kann eine gelingende Partnerschaft erleben. Dann nämlich, wenn das Paar es schafft ihre Beziehung in Würde aufzulösen und falls Kinder da sind, diesen weiterhin gute Eltern zu sein, welche gemeinsam zum Wohl der Kinder handeln.

Natürlich denkt man bei einer gelingenden Partnerschaft aber in erster Linie nicht an Trennung, sondern an eine langjährige spannende und herausfordernde Beziehung, welche auch nach dreissig Jahren noch an Tiefe gewinnen kann.

Dazu bedarf es dreier Faktoren:



-          Die Partner bleiben eigenständige Persönlichkeiten, die in erster Linie Liebe geben und nicht darauf warten Liebe zu erhalten. Ich muss für mich sorgen können, mich selbst trösten, wenn es mir schlecht geht und nicht nervös werden, wenn der Partner den Boden mal unter den Füssen verliert. Vor allem muss ich aber Geduld haben und warten können, wenn mein Partner Zeit braucht um meine Bedürfnisse und Anliegen zu verstehen.



-          Das Paar bleibt ein Liebespaar, welches gemeinsam immer wieder erotisch-sinnliche Abenteuer erlebt. Sobald das erste Kind auf die Welt kommt, verwandelt sich das Liebespaar in ein Elternpaar und die erotisch-sinnliche Seite geht nach und nach verloren. Es ist wichtig, dass dieser Aspekt weiter gepflegt wird. Der erotische Abend, das erotische Wochenende an dem wir nur Zeit für uns zwei haben m
uss von Anfang an eingeplant werden. Da müssen die Kinder zurückstehen und ab und zu mal beim Götti oder bei Grossmama schlafen.



-          Das Paar bewältigt die alltagspraktischen Umstände partnerschaftlich. Angefangen bei der Kinderbetreuung, über das Wäsche bügeln bis hin zum Abfall entsorgen wird der Alltag gemeinschaftlich und gerecht aufgeteilt.



Sind diese drei Punkte erfüllt, stehen die Chancen nicht schlecht. Was nun noch dazukommt ist die Fähigkeit des Paares ihr gemeinsames Leben zu reflektieren - vor allem die unvermeidlichen Konflikte und Krisen. Da eine solche Reflexion sehr anspruchsvoll ist, hilft die Inanspruchnahme eines Beziehungscoaches ungemein. Wer in der Phase der Beziehung, in der alles eigentlich noch gut läuft eine solche Hilfe in Anspruch nimmt, wird erleben, wie positiv sich das auswirkt.



Doch all das ändert nichts an der Tatsache, dass sich die allumfassende Liebe nur in Momenten zeigt. Aber solange ich mir sicher bin, dass ein solcher Moment in absehbarer Zeit wieder kommt, solange bin ich bereit in eine Beziehung zu investieren.



Dann kann die Beziehung gelingen!
werkraum-mediation.ch

Sonntag, 4. November 2018

Reden wir miteinander!


Gute Gespräche sind das Lebenselexier jeder Paarbeziehung. Solche Gespräche werden im Laufe der Jahre aber immer schwieriger. Paaren wird in dieser Situation oft eine Therapie empfohlen. Eine Therapie ist jedoch per Definition die Behandlung einer Fehlentwicklung. Konflikte in der Beziehung sind aber keine falsche Entwicklung sondern der Normalfall.
Die Partner entwickeln sich als Menschen weiter - die Beziehung wird zum Alltag.  Was die Partner wirklich brauchen sind Gespräche ohne Vorwürfe und Forderungen. Oft ist ein Paar aber nicht mehr in der Lage selbständig solch reflektierte Gespräche zu führen. In dieser Situation hilft es, wenn eine externe Person das Gespräch führt und strukturiert. Die Partner können so ihre Interessen und Bedürfnisse formulieren und sind in der Lage sich gegenseitig wieder zuzuhören.
Dieses geführte miteinander Reden ist ein erster wichtiger Schritt und allein schon Herausforderung genug. Paare die sich nicht mehr verstehen, brauchen also keine Therapie sondern eine dritte Person, welche ein Gespräch wieder ermöglicht.
So sind sie in der Lage, ihre Zukunft eigenverantwortlich zu gestalten. Entweder definieren sie ihr gemeinsames Leben neu oder sie trennen sich in Frieden. 

www.werkraum-mediation.ch

Dienstag, 24. Juli 2018

Wenn Eltern alt werden


Frau M. war immer schon eine dominante Ehefrau und Mutter. Herr M. war der passive und zurückhaltende Part in der Familie. Für den mit Frau und Herrn M. im gleichen Haus wohnenden Sohn Urs und die Schwiegertochter Hanna war es nie einfach mit ihren Eltern/Schwiegereltern unter einem Dach zu wohnen. Solange Herr und Frau M. aber körperlich und geistig fit waren, konnten sie sich arrangieren und gewisse Unterstützung leisten.
Mit zunehmendem Alter und fortschreitender Demenz von Herrn M. wurde die Situation aber immer schwieriger. Frau M. erwartete von Urs und Hanna eine umfassende Betreuung und Pflege des Vaters. Diese wollten und konnten dies aber ab einem gewissen Pflege- und Betreuungsgrad nicht mehr leisten, da sie beide berufstätig waren.
Zusammen mit seinem ebenfalls in der Nähe wohnenden Bruder Ueli suchte und fand Urs einen Heimplatz für beide Elternteile. Sie orientierten ihre anderen Geschwister, die weiter weg wohnenden Marco und Helene. Urs und Hanna bereiteten den Umzug vor. Der Mutter war es dabei wichtig den Haushalt noch nicht aufzulösen.
Marco übernahm die Aufgabe, die Eltern ins Heim zu begleiten.
Als die Schwiegertochter Hanna an diesem Abend von der Arbeit nach Hause kam, bemerkte sie, dass die Eltern noch immer in ihrer Wohnung waren. Es stellte sich heraus, dass die Mutter mit Hilfe von Helene bei Marco die Forderung durchgesetzt hatte, sie und den Vater nicht im Heim zu lassen und wieder mit nach Hause zu nehmen.
Die Stimmung kippte. Per Telefon, Whatsapp und auch persönlich wurden unter den Geschwistern Beschimpfungen, Vorwürfe und Beleidigungen ausgetauscht. Hanna weigerte sich weiter für die Eltern zu sorgen, Spitex-Dienste liess die Mutter nicht in ihre Wohnung. Eine von Urs einberufene Besprechung unter allen Geschwistern endete in einem wüsten Streit.
Wie kann eine solcher Konflikt gelöst werden?
Ein möglicher Weg:
Ueli schlägt zusammen mit Urs seinen beiden andern Geschwistern vor, eine Mediation durchzuführen. Mangels anderer Alternativen und weil ein Lösung  dringend gefunden werden muss, willigen diese ein.
Es finden sechs Mediationssitzungen mit den vier Geschwistern unter der Leitung einer Mediatorin statt. Schnell stellt sich heraus, dass zuerst ganz viele Themen aus der Kindheit und dem bisherigen gemeinsamen Leben der vier Geschwister behandelt werden müssen, bis sie zum Konflikt betreffend Elternbetreuung kommen. Es gelingt ihnen alte Streitigkeiten, Rückweisungen, Zu-kurz-gekommen-sein und Bevorzugungen welche sie vier betreffen auszusprechen und zu klären. In der fünften Sitzung schaffen sie es eine gemeinsame Haltung ihren Eltern gegenüber zu entwickeln. In der sechsten und letzten Sitzung ist ihre Mutter dann auch dabei. Es wird nochmals sehr herausfordernd, ihr gemeinsam die Notwendigkeit eines Heimeintrittes zu vermitteln. Die wohlwollende Geschlossenheit ihrer vier Kinder lässt sie schlussendlich aber dennoch zögernd einwilligen.

Der zweite Umzug ins Heim wird wohl klappen. Klar, Frau M. wird zu Beginn jedes Besuches betonen, dass sie sich zuhause wohler fühlen würde. Herrn M. geht es gut in der speziellen Demenz-Abteilung.
Die vier Geschwister werden in Zukunft anstehende Fragen miteinander besprechen und lösen – wenn es schwierig wird (z.B. Erbschaft) mit Hilfe einer Mediation.

Sonntag, 17. Juni 2018

GEMEINSAM zum Wohl des Kindes


Bei Ehescheidungen stehen finanzielle Aspekte sowie die zukünftige Betreuung der Kinder im Mittelpunkt. Während es dem Geld egal ist, ob es einvernehmlich oder mittels Anwälten geteilt wird, nehmen Kinder Schaden, wenn um sie gestritten wird. Für Kinder ist eine Trennung der Eltern schlimm, sogar wenn sie erwachsen sind. Sie können diese aber unbeschadet überstehen, solange sich die Eltern einvernehmlich einigen.
Wer es also ernst meint mit der Sorge um die Kinder, der setzt sich auch in dieser schwierigen Lebensphase mit seinem Partner/seiner Partnerin zusammen und regelt die Fragen betreffend Obhut, Besuchstage und Unterhalt gemeinsam. Anwälte sind in dieser Phase eher hinderlich. Es ist ihre Aufgabe die Interessen ihrer Mandanten zu vertreten. Wenn es dabei um das Wohl der Kinder geht, geraten sie deshalb oft in ein Dilemma.
Um einvernehmlichen Lösungen zu finden, braucht es keine Anwälte, sondern eine Mediation. In einem solchen Lösungsprozess können die Eltern gegenseitig ihre Interessen, Wünsche und Bedürfnisse formulieren und gemeinsam Lösungen finden.

In einer Scheidung greifen die Aktivitäten der verschiedenen externen Fachpersonen möglichst reibungslos ineinander. Der Mediator unterstützt das Paar beim Formulieren ihrer Interessen und Bedürfnisse und beim Erstellen einer gemeinsamen Scheidungsvereinbarung. Grundsätzlich kann diese das Paar sogar alleine erstellen. Sehr oft ist aber die Beziehung nicht mehr tragfähig, so dass eine externe Hilfe nötig ist. Bei Bedarf kann diese Vereinbarung dann von einem Vertrauensanwalt auf ihre Rechtsgültigkeit überprüft werden. Wird diese gut formulierte Vereinbarung dann dem Gericht eingereicht, wird diese an einem einzigen Gerichtstermin vom Gericht genehmigt.

Die Vorteile und Chancen einer solchen einvernehmlichen Scheidung liegen auf der Hand. Finanziell ist es viel günstiger sich selbst mittels einer Mediation zu einigen, als Anwälte für sich streiten zu lassen. Das ehemalige Paar kann sich auch in Zukunft positiv begegnen, der Rückblick auf die gemeinsame Vergangenheit schmerzt weniger. Und schliesslich können die beiden ehemaligen Partner von sich sagen, wirklich das Beste für Wohl ihrer Kinder getan zu haben.